PHP2shell und Kernel Lücke CVE-2026-98432

Der Patch-Reigen geht weiter.

PHP2Shell - was ist passiert und wie haben wir reagiert

Ursprünglich war die Veröffentlichung von Lücken und den dazugehörigen Patches in der Programmiersprache PHP - die schätzungsweise bei ca. 80% des bekannten Internets involviert ist - für den 22. Oktober 2026 angekündigt und geplant.

Die Vorankündigung hatte schon auf die Schwere der Lücken Hinweis gegeben. Aufgrund eines Leaks wurde die Veröffentlichung in der Folge einen Tag nach vor verlegt, auf den 21. Oktober 2026.

Wir haben bereits am Vormittag, nach bekanntwerden einiger Details, mit Absicherungsmaßnahmen auf unseren Serversystemen begonnen. Das hat auch auf Kundensystemen zu kleineren Funktionseinbußen geführt, wir informierten darüber transparent. Einige interne Systeme, bzw. solche die nur einen kleinen Kundenkreis leicht einschränkte, haben wir aus Sicherheitsgründen komplett vom Netz genommen.

Die Patches wurden schließlich auf allen unseren noch öffentlich zugänglichen Serversystemen bis 16:10 CEST eingespielt. Die eingangs erwähnten Funktionsbeschränkungen konnten damit wieder aufgehoben werden, einige interne Systeme ließen wir jedoch weiterhin nicht wieder ans Netz. Erst im Laufe der vergangenen Woche konnten auch die letzten Systeme mit Patches versorgt werden und wieder in die “freie Wildbahn” entlassen werden.

Kernel Lücke im TCP/IP Stack

Im Laufe der vergangenen Woche wurde eine weitere Lücke im Linux Kernel bekannt. Diese erlaubte es, über den Netzwerk Stack Schadcode auf Serversystemen auszuführen. Im Laufe des 1. und 2. Novembers konnten wir diese Lücke auf allen Systemen schließen, indem wir die zugehörigen Patches installierten und die Systeme neu starteten.

Die Lücke wird als kritisch eingestuft und hat die Bezeichnung CVE-2026-98432 bekommen.

Ein funktionierender Exploit ist derzeit nicht öffentlich bekannt, sondern lediglich einem eingeschränkten Expertenkreis zugänglich. Zudem benötigt dieser Exploit eine Einstellung im Netzwerkstack des Linuxkernels, die auf unseren Systemen standardmässig NICHT gesetzt ist.

Quo vadis?

Die Schlagzahl bei Updates im Rahmen von kritischen Sicherheitslücken dürfte sich auch in den kommenden Monaten weiter erhöhen, oder zumindest auf dem aktuell hohen Niveau bleiben. Die Ursache liegt darin, dass mittlerweile die gekünstelte Intelligenz als Werkzeug in den Softwarefirmen dieser Welt auf breiter Basis angekommen ist, was die Suche nach Lücken und Fehlern in umfangreichem Programmcode deutlich beschleunigt.

Der Effekthascherei mancher Medien wollen wir uns dabei explizit nicht anschließen. Dieses Werkzeug ist wie jedes andere genau das: ein Werkzeug, das den Arbeitsalltag erfahrener Fachleute erleichtert und beschleunigt, ähnlich wie die Dampfmaschine vor über 200 Jahren oder das Internet vor über 30 Jahren.

Es gelten daher auch weiterhin die einfachen Merksätze:

  • A fool with a tool is still a fool.
  • Wenn mein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.